Zur Betriebsgeschichte

Böhm Feinmechanik und Elektrotechnik ist ein in Seesen-Rhüden angesiedelter Familienbetrieb, der inzwischen eine mehr als 60-jährige Geschichte vorzuweisen hat.

Offiziell gegründet wurde das Unternehmen 1949 als feinmechanischer Lohnbetrieb und Uhrmacherei von Alfred Böhm und befasste sich neben der Reparatur von Uhren auch mit der Herstellung von Präzisionsteilen für Armaturen.

Anfangs fanden diese Reparaturen und Produktionen in einem einfachen Schneiderstübchen im Wohnhaus statt, das lediglich mit einer Askania Drehbank, Schleifbock und Tischbohrmaschine ausgestattet war.

Erst 1953 wurde die Werkstatt ausgebaut. Im selben Jahr wurde wegen Maschinenmangel außerdem das Hand- Läppverfahren entwickelt, das eine für die Zeit nicht alltägliche Präzision ermöglichte, die den Betrieb bis heute auszeichnet.

Anfang der 60er Jahre suchte die Luftfahrtindustrie heliumdichte Gehäuse aus Leichtmetall, was Anlass dazu war eine eigene Galvanik einzurichten. Daraus resultierend entstand das Böhm-Alstan-Verfahren. Seither werden auch Luftfahrtgerätegehäuse hergestellt. Durch Weiterentwicklung wurde schließlich auch die Herstellung komplexerer Gehäuse möglich. Solche Gehäuse haben mechanische und elektrische Eigenschaften wie Feingussteile-

Mitte der 70er Jahre ging die chemische Industrie dazu über Rohrleitungen und Apparate elektrisch zu beheizen, was dazu führte, dass auch bei BÖHM damit begonnen wurde elektronische Regel- und Überwachungsgeräte zu entwickeln. Somit waren erstmals in der Firmengeschichte eigene Produkte entwickelt worden, die unter dem eingetragenen Warenzeichen „Winter-ex“ vertrieben werden. So entstand die Elektronikwerkstatt.

Im Jahre 1981 übernahm Sohn Manfred Böhm die Firma, welcher die Bereiche „Feinmechanische Lohnfertigung“ und Elektronikfertigung intensivierte.

1984 wurde das neue Werkstattgebäude bezogen, welches zunächst in kleinen Schritten erweitert wurde.                       Schließlich erfolgte 2010 der Bau einer zusätzlichen Halle.

In der Zwischenzeit fanden viele Projekte statt.                                                                                                       So wurden beispielsweise bei BÖHM die Mechanikteile des Massenspektrometers der Raumsonde Giotto in Zusammenarbeit mit dem MPAE (heute Max Planck Institut für Sonnenforschung) gefertigt. Die Sonde Giotto sollte möglichst nah am Halleyschen Kometen vorbeifliegen, um Messungen in der Umgebung des Kometen durchzuführen. Die Sonde startete am 2. Juli 1985 von Kourou aus und erreichte den Kometen am 14. März 1986 und schoss nur 600 km an ihm vorbei. Sieben Jahre später startete die Sonde ihre Messungen erneut und näherte sich dem Grigg-Skjellerup Kometen bis auf 200 km.                                                                                                                                       Dazu beteiligte sich BÖHM an der Weiterentwicklung einer Ozonsonde, welche die Firma auf der Hannovermesse 1993 unter anderem dem damaligen Wirtschaftsminister Fischer und der Umweltministerin Griefahn präsentierte.

Inzwischen ist bereits die dritte Generation im Betrieb tätig. 1996 übernahm Dr. Ing. Elmar Böhm den Bereich Konstruktion und Technologie und ist seit Januar 2005 Geschäftsführer der Böhm Feinmechanik und Elektrotechnik GmbH und auch sein Bruder, Roland Böhm, arbeitet in der Firma mit.

Durch einen modernen Werkzeug- und Maschinenbestand und ca. 40 vielseitig ausgebildete und engagierte Mitarbeiter ist es uns möglich, auch technisch aufwendige Einzelteile und Komponenten zu fertigen. Dabei hat sich die Kombination unserer drei Werkstätten als sehr vorteilhaft erwiesen. Denn nur so ist es uns möglich in so vielen verschiedenen Bereichen, von Astronomie bis Begleitheizungen und von Raumfahrt bis Bio-Technologie, tätig zu sein.

Wir sind auch weiterhin bemüht für unsere Kunden mehr als nur „verlängerte Werkbank“ zu sein.