Instrumentengehäuse

In unserem Haus werden seit über 40 Jahren Luftfahrtgerätegehäuse gefertigt. Die Gehäuse sind, je nach Anwendungsfall, aus Aluminium, Messing oder Stahl. Hier werden randmetallisierte Gläser in feinbearbeitete, galvanisch beschichtete Rohre heliumdicht eingelötet. In erster Linie werden diese Gehäuse (wegen des Gewichts) aus Aluminium  gefertigt. Um eine weich lötbare Schicht auf Aluminium zu erzeugen, wird in unserem Haus das „Böhm-Alstan-Verfahren“ angewandt.

 

Standardrundgehäuse in Nenngrößen 1Zoll, 2Zoll, 3Zoll

Eigenschaften

Gehäusewerkstoff

Aluminium, Messing oder Stahl

Oberfläche

verzinnt (bei Aluminium Böhm-  Alstan-Verfahren

Glasplatte

entspiegelt und in Gehäuse eingelötet

Fenster

Beschlagfreiheit bei allen Umweltbedingungen

 

Spannungsarmut auch bei starken Temperaturschwankungen

Dichtigkeit

Leckrate< 3.6 * 10^-5 Pa * l / sek

Optional:
-leitfähige Glasoberfläche
-gleichmäßige Ausleuchtung der Anzeige durch Gestaltung des Gehäuses oder Verwendung von Keilgläsern

Besonderheiten:
Auch bei den Aluminiumgehäusen kann der Gehäuseboden mehrfach aus- und eingelötet werden. Erreicht wird das durch unser spezielles Galvanisierverfahren (Böhm-Alstan-Verfahren). Das Verfahren wird seit 1962 bei zivilen und militärischen Instrumentengehäusen eingesetzt.

Schichtaufbau beim Böhm-Alstan-Verfahren

In dieser Darstellung wird der Schichtaufbau deutlich. Auf das Basismaterial (Aluminium) wird der Stannatanschlag und die Bronzeschicht aufgebracht. Im nächsten Schritt wird die Schicht mit Kupfer verstärkt und zum Schluss mit Zinn abgedeckt. Auf dieser Zinnschicht lässt sich hervorragend weichlöten.

 

Qualitässichrung an jedem Teil erfolgt durch Aufschmelzen der galvanisch aufgebrachten Mattzinnschicht, im Fehlerfall kommt es zu Blasenbildung (schlechte Haftung). Gute Teile sind makellos glänzend.

Glasplatten

Die Glasplatten sind aus geeignetem Rohglas hergestellt. Am Umfang sind sie geschliffen und für die Lötmontage randmetallisiert. Um Reflektionen der Glasoberfläche zu vermeiden sind sie beidseitig entspiegelt.

Unter Umständen für Instrumentenglasplatten zu beachtetde Faktoren:

 -Brechungszahlen
 -hydrolytische Klasse
 -Säureklasse
 -Laugenklasse
 -Biegfestigkeit
 -E-Modul
 -Schlieren, Spannungen, Trofentest
 -Tieftemperatur- und Hochtemperaturbeständigkeit
 -Verhalten bei Temperaturschock
 - Reflektionswerte, Lichtwinkel 0°, Lichtwinkel 30°
 -Verschiedene MIL-Vorschriften

 

Der maximale Glasfehler (Kratzer) z.B. bei einer 3 Zoll Glasplatte darf 2 x 0,06mm² betragen, siehe Fehlernormal Stufe 0,25. Das bedeutet einen quadratischen Glasfehler mit 0,25mm Kantenlänge = 0,06mm² oder einem beliebig geformten Glasfehler mit gleichem Flächeninhalt.

 

Dichtigkeitsprüfung

Werden vom Kunden gasdichte Gehäuse gewünscht, prüfen wir jedes Gehäuse mit einem Helium-Lecktestgerät (Leybold Heraeus). Dabei werden die Gehäuse von innen evakuiert und von außen mit einer Heliumatmosphäre umgeben. Bei Undichtigkeit dringt Helium in das Gehäuse ein. Die Menge pro Zeiteinheit gibt das Maß für die Undichtigkeit an. Die geforderte Dichtigkeit muss besser als 3.6 * 10-5 Pa * l / sec sein.

 

Neben diesen Standardgehäusen fertigen wir auch Gehäuse mit unterschiedlichen Flanschprofilen. Die Glasplatte ist hier spannungskompensiert eingelötet oder geklebt.

 

Auch Gehäuse mit anderen Profilquerschnitten werden in unserem Haus gefertigt. Die Maßgenauigkeit entspricht der von gefrästen Teilen. Solche Gehäuse werden aus Blech- und Frästeilen zusammengesetzt. Dabei werden die Einzelteile verzinnt (Böhm-Alstan-Verfahren) und weich zusammengelötet. Nach der Lackierung sind die Lötnähte von außen nicht mehr zu erkennen.