HPT-Spiegelteleskop

Das HPT (Hexapod-Teleskop) wurde als Prototyp für ein innovatives Teleskopkonzept in den 1980er Jahren geplant und in den 90er Jahren dank Förderungen durch das Wirtschaftsministerium NRW und die Krupp Industrietechnik fertiggestellt. Nach Fertigstellung des HPT waren ursprünglich keine weiteren Förderungen geplant, bis das HPT 1997 von der Ruhr-Universität-Bochum (RUB) übernommen wurde. Dafür eingesetzt hatte sich Prof. Dr. Rolf Chini. Um das HPT in Betrieb zu nehmen wurden einige Optimierungen vorgenommen.

Seit Mai 1999 stand das HTP im Botanischem Garten der RUB und war somit Teil der EXPO 2000. Inzwischen wurde das HPT nach Chile versetzt und steht nun auf dem rund 3064m hohen Cerro Armazones in der Atacamawüste, wo AIRUB (Astronomisches Institut der RUB) außerdem ein kleines Teleskop in Kooperation mit der Universität von Antofagasta betreibt.

Den Umzug finanzierte das Wissenschaftsministerium NRW, das Projekt selbst wird mit 184.000 Euro pro Jahr für eine Laufzeit von 15 Jahren von der Akademie der Wissenschaften des Landes NRW gefördert. Das HTP wird jetzt von einer Gruppe RUB-Astronomen um Prof. Dr. Rolf Chini genutzt, um die Entstehung neuer Sterne und Quasare zu verfolgen, welches sonst durch beschränkte Beobachtungszeiten an internationalen Teleskopen nicht möglich ist. Um seiner neuen Aufgabe nachgehen zu können, wurde das HTP erneut Optimiert. Zum einen wurde ein kleines robotisches Teleskop mit einer CCD-Kamera hinzugefügt, das einen Helfer für das HPT darstellt, zum anderen wurden die neuste Teleskopsoftware eingesetzt und ein Spektrograph hinzugefügt, der von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert wurde.

 

Besonderheiten sind zum einen die Hexapodmontierung anstelle der konventionellen Bauweise mit Azimut- und Elevationsachse, zum anderen der sehr dünne, durch ein hochsteifes Raumfachwerk unterstützte, Spiegel. Die Hexapodmontierung arbeitet einerseits genauer als herkömmliche Montierungen, zum anderen sind durch die erweiterten Freiheitsgrade mehr Beobachtungsmöglichkeiten vorhanden. Der dünne Spiegel kommt schneller ins thermische Gleichgewicht als ein konventioneller, dicker Spiegel. Hieraus ergibt sich eine bessere Bildstabilität. Die Steifigkeit des Spiegels wird durch ein Raumfachwerk aus CFK-Streben und INVAR- Knoten gewährleistet. Zur Optimierung der Spiegelform unter verschiedensten Bedingungen ist der Spiegel zug- bzw. drucksteif über Piezoelemente auf dem Raumfachwerk befestigt. Der Subreflektor ist über eine eigene Hexapodaufhängung an das Teleskop gekoppelt. Somit kann auch der Subreflektor in 6 Freiheitsgraden gegenüber dem Teleskop bewegt werden. Insgesamt ist die Konstruktion wesentlich leichter als konventionelle Teleskope, dies kommt wiederum der Genauigkeit zugute.

 

Einer der sechs Hauptantriebe zur Positionierung des Hauptreflektors.

 

Raumfachwerkstruktur zur Aufnahme des Spiegels

Hier ist die Position des Raumfachwerks über den sechs Hauptbeinen zu sehen.

 

Ansicht einer einzelnen Strebe

 

Subreflektor-Positionierung

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Einer von sechs Subreflektorstellantrieben. Die Steuerung des Subreflektors wurde ebenfalls mit einer Hexapod-Anordnung realisiert. Konstruktion und Bau des Stellantriebes von BÖHM.